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Turgut in Haft - Futura Finanz insolvent

Was bedeutet dies für Anleger der Deltoton AG und der CSA Beteiligungsfonds?

München, 04.01.2008: Wie heute in der Süddeutschen Zeitung berichtet wurde, befindet sich Michael Turgut, Chef der Vertriebsfirmen Futura Finanz und IFF AG, in Haft. Hintergrund soll ein Verstoß gegen Bewährungsauflagen aus einer früheren Verurteilung wegen Steuerhinterziehung sein.

Futura Finanz insolvent
Bekannt wurde aber auch, dass Turgut zuvor noch für sein Vertriebsunternehmen Futura Finanz Zukunftsunternehmen für Finanz- und Wirtschaftberatung GmbH & Co. KG Insolvenzantrag beim Insolvenzgericht Hof gestellt hat. Das Amtsgericht Hof hat zum Aktenzeichen IN 639/07 mit Beschluss vom 19.12.2007 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Futura Finanz angeordnet und Rechtsanwalt Dr. Martin Prager aus Bayreuth zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der nun prüft, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorliegen.

Turgut hatte seit den 90er Jahren einen Strukturvertrieb mit mehreren Vertriebsfirmen aufgebaut. Über die Futura Finanz ließ Turgut mit überaus aggressiven Vertriebsmethoden zunächst Göttinger Gruppe- und Securenta-Beteiligungen vertreiben. Später war die Futura-Finanz Vertriebspartner der Würzburger Frankonia-Gruppe, heute Deltoton AG und CSA Beteiligungsfonds 4 und 5 AG & Co. KG. Mit der 2005 gegründeten IFF AG übernahm man den Vertrieb der Multi Advisor Funds und weiterer Anlageprodukte.

Vertriebspraktiken der Futura Finanz
Obwohl die Anleger das Risiko eines Totalverlustes eingingen, wurden die Beteiligungen regelmäßig als sichere Anlagen mit hohen Renditechancen angeboten, deren Grundlagen von Anfang an zweifelhaft waren. Nach den Angaben der von uns aktuell und in der Vergangenheit vertretenen zahlreichen Mandanten, die von der Futura Finanz vertriebene Anlagen gezeichnet haben, wurde dabei mit System versucht, die Anleger zu hohen Investitionen zu überreden.

So wurde Anlegern beim Vertrieb von atypisch-stillen Beteiligungen an der Frankonia Sachwert AG und KG-Anteilen an den CSA Beteiligungsfonds regelmäßig empfohlen weitgehend sichere Anlagen, wie Lebensversicherungen, Bausparverträge und Sparverträge vorzeitig auch unter Inkaufnahme von Verlusten aufzukündigen und die sich ergebenden Rückkaufswerte in die Frankonia-Gesellschaften zu investieren. Dies ist um so problematischer, als mit einer geschickten Argumentationskette bei den Anlegern regelmäßig der Eindruck erweckt wurde, die atypisch-stillen Beteiligungen seien ähnlich sicher wie die aufgekündigten Verträge, nur ließe sich eine deutlich bessere Rendite erzielen. In vielen Fällen wurde ausdrücklich zugesichert, dass man den Anlagebetrag sicher zurück erhalte und keinerlei Risiken eingehe; bei schlechter Entwicklung könne allenfalls die Rendite ausfallen.

Derartige Angaben sind falsch und haben mit einer seriösen Anlagevermittlung nichts zu tun. Das zeigt sich am besten anhand der Entwicklung der inzwischen insolventen Securenta/Göttinger Gruppe. Über Jahre wurden mit ähnlichen Versprechungen Gelder der Anleger von mehr als einer Milliarde Euro vereinnahmt, ohne dass die erforderlichen Investitionen getätigt wurden. Die Gelder wurden vielmehr für Provisionen und Verwaltungskosten planmäßig im Laufe der Jahre verbraucht. Die Anleger hatten letztlich von Anfang an keine reale Chance, die eingezahlten Beträge jemals zurück zu erhalten.

Aktuelle Situation der Anleger
Das Anlagemodell der Frankonia-Gruppe wurde nach dem gleichen Muster gestrickt, wie bei der Securenta/Göttinger-Gruppe. Neben der Vertragsgestaltung hatte man auch eine ähnliche Investitionspolitik verfolgt, bei der in den ersten Jahren nahezu sämtliche Einzahlungen für sogenannte weiche Kosten verwendet wurden. Auch für Anleger, die in die ehemalige Frankonia-Gruppe, heute Deltoton AG und CSA Beteiligungsfonds, eingezahlt haben, besteht daher das erhebliche Risiko, dass das eingezahlte Kapital nicht mehr zurückgezahlt werden kann.

Ein Risiko auf das der Vertrieb regelmäßig nicht hingewiesen hat. Anleger, die als atypisch-stille Gesellschafter in die Unternehmen Frankonia Sachwert AG, Frankonia Wert AG und Frankonia Direkt AG, die heutige Deltoton AG, investiert haben, können daher wegen dieser falschen und unvollständigen Angaben nach inzwischen ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung unmittelbar gegenüber der Beteiligungsgesellschaft, hier der Deltoton AG, Schadensersatzansprüche geltend machen und bislang erbrachte Einzahlungen zurückfordern.

Für Anleger der CSA Beteiligungsfonds 4 AG & Co. KG und CSA Beteiligungsfonds 5 AG & Co. KG, die sich als Kommanditisten beteiligt haben, ist die Rechtslage schwieriger, da Ansprüche gegenüber der Gesellschaft regelmäßig auf das Auseinandersetzungsguthaben begrenzt sind, das durchaus negativ ausfallen kann. Sofern die Futura Finanz vertrieben hat, dürfte diese wegen der Insolvenz als möglicher Gegner ausfallen. Wenn das Insolvenzverfahren eröffnet wird, ließe sich allenfalls eine Quote erzielen.

Zu prüfen wären noch Ansprüche gegen Initiatoren und Gründungsgesellschafter. Denn neben den regelmäßig falschen Angaben zu den Risiken und den fragwürdigen Empfehlungen, bestehende sichere Beteiligungen aufzukündigen, leiden derartige Beteiligungsmodelle nach unserer Bewertung auch an erheblichen Plausibilitätslücken. So gibt es keine konkreten Vorgaben zu Art und Umfang der Investitionen. Die Anleger beteiligen sich vielmehr an einem Blind-Pool-Modell. Anfallende Provisionen und Nebenkosten werden in der Anfangszeit bezogen auf die gesamte Beteiligungssumme vollständig abgezogen, so dass in dieser Zeit nur geringfügige Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen. Bemerkenswert auch, dass diese Problematik in den Prospekten sogar Erwähnung findet, ein Beleg dafür, dass man selbst Zweifel am Erfolg des Modells hatte.

Anlegern empfehlen wir, ihre Beteiligungen prüfen zu lassen. Ansprechpartner in der Kanzlei ist Rechtsanwältin Jana Narloch.