AWD, Dreiländerfonds, DLF

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Bekommt der AWD jetzt kalte Füße?

In Sachen Dreiländerfonds zieht der AWD kurz vor der BGH-Verhandlung die Notbremse. Spekuliert man auf die Verjährung?

München, 09.02.2004: Nur zwei Tage vor dem Termin zur mündlichen Verhandlung beim BGH in Sachen Dreiländerfonds (DLF 94/17) vergleicht sich der AWD mit einem geschädigten Anleger. Über den Inhalt des Vergleichs herrscht, wie in derartigen Verfahren üblich, Stillschweigen. Wir vermuten, dass der AWD ein Grundsatzurteil des BGH zu seinen Lasten befürchtet und nun versucht, in letzter Minute eine Prozesslawine zu verhindern.

Wir erinnern uns: Berater des AWD hatten von 1994 an in großem Umfang Beteiligungen am DLF 94/17 der Stuttgarter Initiatorin Kapital-Consult um den Finanzjongleur Günter Fink empfohlen und vertrieben. Viele Anleger haben - gleichfalls auf Empfehlung des AWD - die Beteiligungsbeträge in teilweise sechsstelliger Höhe über Darlehen finanziert. Nach dem Absturz des Fonds stehen sie nicht selten vor dem existenziellen Aus.

Das OLG Celle hatte den AWD zu Schadensersatz wegen einer fehlerhaften Anlageberatung verurteilt. Die für den AWD tätigen Berater hatten nicht ausreichend über die Risiken der Anlage aufgeklärt. Die waren seinerzeit evident, da sich der ganze Fonds gleichsam vom wirtschaftlichen Erfolg der Stella AG abhängig machte. Dies war aus den Prospekten so nicht ersichtlich. Auch seien nachteilige Bewertungen in der Presse den Anlegern nicht mitgeteilt worden. Die vielfach erfolgte Empfehlung zur Finanzierung der Beteiligung kritisiert das Gericht zudem wie folgt:

"Niemand würde es aber für einen vernünftigen Rat eines Anlageberaters halten, der Anlageinteressent möge mit dem Geld aus einem Darlehen sein Glück im Spielkasino suchen" (OLG Celle, Urteil v. 15.08.2002, 11 U 291/01).


Noch deutlicher wird der Senat, wenn er formuliert, es scheine, dass

"derartige Anlageberatungen ihren Antrieb im Wesentlichen im Provisionsinteresse des Beraters haben, der die Chance hat, die gesamte Provision für die gesamte Fondsanlage, zu der der Anleger das Kapital an sich nicht zur Verfügung hat, sofort zu verdienen und ggf. noch zusätzlich noch Vermittlungsprovision für den Finanzkredit."


Eine Wertung übrigens, die uns aus der Seele spricht, wenngleich die darlehensfinanzierte Vermittlung von Immobilienfonds aus unserer Sicht in der Tat ein Vabanquespiel ist. Offensichtlich fürchtet man denn auch eine Äußerung des BGH zu diesen beiden überaus heiklen Fragen, hat man doch angeblich gut 2/3 der insgesamt ca. 20000 Anleger vermittelt und damit gut über die Hälfte des Eigenkapitals von ca. 650 Mio. Euro. Eine BGH-Entscheidung hat man wohl zunächst einmal verhindert. Ob sich dadurch auch weitere Klagen von vielfach in ihrer Existenz bedrohten Anlegern vermeiden lassen, wagen wir zu bezweifeln.

Viel Zeit bleibt den Anlegern allerdings nicht mehr, denn es besteht die konkrete Gefahr, dass etwaige Schadenersatzansprüche zum 31.12.2004 verjähren.

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