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Informationen für Geschädigte von SwissSelectLive – anwaltliche Überprüfung in vielen Fällen sinnvoll

 

München, den 20.03.2009. Das Programm SwissSelectLive ist eines der vielen Produkte des Kapitalmarkts, die dem heutigen Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger zu entsprechen scheinen. Leider trifft es in diesem Fall nur  teilweise zu, wie  viele Zeichner heute leidvoll feststellen müssen. Dort, wo die Anleger ein Lombarddarlehen bei der Liechtensteiner Landesbank oder der Liechtensteiner Volksbank aufgenommen haben, droht heute der Verlust des eingesetzten Eigenkapitals. Gerade hier bestehen aber Ansatzpunkte, um die Situation der Betroffenen zu verbessern.

 

Soweit uns Geschädigte bisher Unterlagen zu SwissSelectLive vorgelegt haben, scheint uns insbesondere das Informationsmaterial, das den Anlegern vor Abschluss der Verträge überlassen wurde, spärlich. Es besteht aus einer dünnen Broschüre, einer einseitigen Darstellung, die vor allem den vergangenen Verlauf wiedergibt und einer persönlichen Berechnung, die die Entwicklung auf Basis der prognostizierten Rendite darstellt. Möglicherweise existiert weiteres Informationsmaterial, das in anderen Fällen auch Verwendung fand. Zumindest die uns bisher bekannten Unterlagen, halten jedoch wir sowohl bezüglich der Darstellung des Produkts als auch der Aufklärung über die Risiken für unzureichend, um den Anleger aufzuklären.

 

Verantwortlich für das Modell ist wohl die SWISS SELECT Asset Management AG mit Sitz in Zürich. Deren genaue Funktion als Vermögensverwalterin ist für uns allerdings noch unklar. Denn soweit wir die Unterlagen bisher verstehen, sollte der Anleger im Wesentlichen in eine Police der Versicherungsgesellschaft CapitalLeben Versicherung AG aus Liechtenstein investieren. Die CapitalLeben wurde dann später von der Versicherungsgesellschaft SwissLife (Liechtenstein) übernommen. Bisher können wir aber noch nicht feststellen, dass es abgesehen von der Ähnlichkeit zwischen SwissSelectLive und SwissLife eine anfängliche Verbindung zwischen dem besagten Produkt und der Versicherungsgesellschaft gibt.

 

Mit den in die Versicherung eingebrachten Mitteln wurde dann eine SwissSelect Garantieanleihe erworben, hinter der sollte wohl vor allem eine Investition in Zero Bonds und Hedge Fonds stehen. Konkret wurde versprochen, 70 % in Zero Bonds und 30 % in Hedge Fonds zu investieren. Letzteres scheinbar unter dem Namen Swiss Select Fund. Weiter sollte es eine Garantie auf die Rückzahlung von 105 % des eingesetzten Kapitals nach 12  Jahren und auf 75 % des während der Laufzeit erzielten Höchstwerts geben. Zunächst fungierte wohl die französische Societe General als Garantiegeberin, die scheinbar auch für die Hede Fonds-Anlage zuständig war. Mittlerweile ist die britische Barclays Bank die Garantiegeberin. Die genauen Inhalte der Garantien scheinen uns aber noch aufklärungsbedürftig, da zumindest die Kombination von Zero Bonds, die ja für sich schon regelmäßig eine Garantie beinhalten, mit einer zusätzlichen Garantie nicht direkt einleuchtet – zumal dadurch weitere Kosten entstehen.

 

Die tatsächlichen Renditen bleiben nun weit hinter den prognostizierten zurück. Gerade im Bereich der Hedge Fonds-Anlage ist für uns noch unklar, ob nicht bereits ein Großteil des Kapitals verloren ist. Für die Anleger, die ein Lombarddarlehen aufgenommen haben, hat das dramatische Folgen. Die Bank fordert weitere Sicherheiten bzw. Nachschüsse, da den auflaufenden Zinsen kein Wertzuwachs der

Police gegenübersteht. Die Zinsen werden bei dem gewählten Finanzierungsmodell nämlich regelmäßig nicht laufend gezahlt, sondern erst bei Ablauf des Darlehens. Leistet der Anleger die geforderte Zahlung nicht an die Bank, ist zu befürchten, dass diese das Modell glattstellt, also die Police auflöst. Nachdem die Garantie auf 105 % des Kapitals aber erst nach 12 Jahren greift, ist bei einer vorzeitigen Auflösung mit großen Abschlägen zu rechnen. Damit dürfte der Erlös häufig nicht einmal mehr reichen, um das Darlehen zurückzuführen. Das Eigenkapital wäre also verloren und man müsste sogar noch eine zusätzliche Zahlung an die Bank leisten.

 

Wir warnen daher dringend davor, eine vorzeitige Auflösung der Police herbeizuführen bzw. durch Untätigkeit gegenüber der Bank zu provozieren, ohne sich vorher eingehend mit den wirtschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt zu haben.

 

Wir prüfen gegenwärtig Schadensersatzansprüche der Anleger gegenüber der Initiatorin und den Vermittlern.

 

In Betracht kommen nach unserer Bewertung aber auch Ansprüche und Einwendungen gegenüber den finanzierenden Banken. In den uns bekannten Fällen fehlen schon die nach deutschem Recht erforderlichen Widerrufsbelehrungen. Den Verträgen ist zwar zu entnehmen, dass etwa die Volksbank AG aus Liechtenstein für die Verträge das heimische Recht wählen wollte. Eine solche Rechtswahl halten wir aber für unwirksam, da damit zwingende Vorschriften des deutschen Verbraucherschutzes ausgeschlossen würden.

 

Anleger sollten vor weiteren Zahlungen an die Banken oder vor einer Auflösung des Modells also ihre rechtliche Situation anwaltlich prüfen lassen. Hierzu sowie für Fragen und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung. Ansprechpartnerin bei uns ist Rechtsanwältin Jana Narloch.